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Google

Wer ist Google?

Gegründet wurde das Unternehmen Google Incorporated in Kalifornien im Jahr 1998 von Larry Page und Sergey Brin. Im April 2004 ging das Unternehmen an die Börse. Ende Juli 2012 hatte das Unternehmen einen Marktwert von ca. 100 Milliarden US-Dollar. Damit gehört das Unternehmen zu den reichsten Unternehmen der Welt.

Das Unternehmen begann mit der gleichnamigen Internet-Suchmaschine, welche offiziell unter dem aufgeklärten Motto stand, sämtliche Informationen der Welt zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen.

Heute ist die Suchmaschine weltweit mit einem Marktanteil von ca. 83% vertreten. In Deutschland beträgt der Marktanteil 96%. Diese geradezu unheimliche Marktdominanz führte dazu, dass das Unternehmen unter ständiger Beobachtung des Bundeskartellamts steht. Wen wundert's?

Die Suchmaschine Google durchsucht heute nicht nur HTML-Seiten, sondern sämtliche digital verfügbaren Informationen, wie Newsgroups (Usenet), Bücher (die von Google eingescannt werden), Patentschriften (weltweit), alle verfügbaren PDF- oder Office-Dokumente, Videos, Flash-Elemente und sogar Bilder oder Positions-Daten von GPS-fähigen Geräten.

Dabei beschränkt sich die Suche schon lange nicht mehr nur auf PC's, Desktops, Laptops, Notebooks sondern auch auf PDA's, Smartphones, Handys, Tablett-PC's und manchmal sogar Spielekonsolen, Set-Top-Boxen oder MP3-Player, also auf allen internetfähigen Geräte.

Es werden also nicht nur Inhalte gelesen, die online verfügbar sind, sondern auch Inhalte, die auf Ihrem Gerät lokal gespeichert sind. Die Erlaubnis dazu erhält Google beispielsweise durch das Einrichten eines Google-Accounts (Google Mail, Picasa, Google Analytics, etc.) oder die Installation von Google-Software, die über entsprechende Nutzungsbedingungen verfügen, wie z.B. Chrome, die Google Toolbar, Google Earth, SketchUp oder das Handy-Betriebssystem Android.

Google betreibt nicht nur eine Suchmaschine, sondern noch unzählige andere Internet-Dienste. Dazu gehört beispielsweise die Video-Plattform Youtube, Video Google, Google Mail, Picasa, Google Maps, Street View, Person Finder, Translator, Google Talk, Google+ (Facebook-Alternative), iGoogle, den Blog-Hostingdienst blogger.com, Google Code für Programmierer, Google Apps, Google Drive und Google Docs (Online-Office-Paket), FeedBurner (RSS-Reader), Google Sites (Erstellung Webseiten), das mobile Bezahlsystem Wallet, URL Shortener (goo.gl/), Google Patent Search, Google Labs und noch sehr viel mehr Dienste. Fast jeden Monat kommen neue Dienste hinzu.

Google und das Geld

Die Haupteinnahmequelle von Google ist die Werbung. Ursprünglich gab es nur eine Form von Werbung, die sogenannten AdWord-Kampagnen. Damit gemeint sind kleine Textanzeigen, die passend zu den Suchbegriffen über den Suchergebnissen eingeblendet werden.

Dabei gilt heute noch, je besser die Anzeige zum Suchbegriff passt und je mehr der Kunde zu zahlen bereit ist, desto weiter oben auf der Liste taucht die Suchwort-Anzeige auf.

Ein Klick auf solch eine Werbung kann dem Betreiber der Anzeige je nach Beliebtheit des Suchbegriffs ein paar Cent oder mehrere Euro kosten. Bei vielen Milliarden Klicks pro Tag kumulieren sich auf diese Weise große Summen auf. So ist Google reich geworden.

Google betreibt heute nicht nur auf der eigenen Suchmaschine Werbung, sondern auch auf anderen Partner-Auftritten in Form sogenannter AdSense-Kooperationen. Dazu müssen die Werbepartner auf ihrer Internetseite kleine Javascript-Programme von Google installieren, mit deren Hilfe Google Kontextbezogene Werbung einblenden kann. Klickt ein User auf solch eine Werbung, verdient Google daran. Der Betreiber des Internet-Auftritts wird dafür belohnt, dass Google die Werbefläche nutzen darf.

Natürlich macht es einen Unterschied, auf welcher Internetseite eine Werbung platziert ist. So macht es wenig Sinn, auf dem kaum besuchten Internet- auftritt eines Spirituosenvertrieb Werbung für Feuchttücher zu schalten.

Um die Qualität einer Seite herauszufinden, hat sich Google ein besonderes Verfahren einfallen lassen, das sogar patentiert wurde (US6285999). Man nennt es das PageRank Verfahren Dabei wird die Qualität einzelner Seiten mit Hilfe eines bestimmten Algorithmus benotet. Das wichtigste Kriterium in diesem Algorithmus ist die Linkpopularität. Je häufiger eine Seite im Internet referenziert wird, desto besser die Benotung und desto wirksamer ist die kontextbezogene Werbung, die auf dieser Seite geschaltet werden kann.

Aber noch viel interessanter ist für Google natürlich die Beantwortung der Frage, in welchem Kontext die eingeblendete Werbung zum Surfer steht. Denn es macht wenig Sinn, einen Angler für Damenschuhe begeistern zu wollen, oder umgekehrt. Diese Frage kann Google nur beantworten, indem das Unternehmen versucht, möglichst viel über den Surfer in Erfahrung zu bringen. Das Problem dabei ist, dass viele Internet-Nutzer gar nicht wollen, das man über sie Daten sammelt. Der Konflikt mit den Datenschützern ist vorprogrammiert.

Google und der Datenschutz

Ja, Google ist eine Datenkrake mit einem unstillbaren Hunger, keine Frage. Aber das hat tatsächlich weniger mit Vorsatz zu tun, als vielmehr mit einem konsequent umgesetzten Geschäftsmodell. Diese Konsequenz kann wirtschaftlich auf keinen Fall negativ gewertet werden. Ganz im Gegenteil, fragen Sie die Aktionäre, die sind mit der Aktie nämlich sehr zufrieden.

Wenn wir uns also mit der Schuldfrage beschäftigen wollen, dann liegt die Schuld weniger im Unternehmen Google, als vielmehr im System als solches. Wenn ich von System spreche, dann meine ich in diesem Fall eine Kombination aus kapitalistischen Interessen, vernetzten Technologien und rechtsfreien Handlungsspielräumen.

Die Frage lautet also nicht, wie man Google und Facebook davon abbringen kann, Daten zu sammeln. Denn wenn es diese Firmen nicht tun, werden es andere tun. Das garantiert Ihnen das viele Geld, das mit Internetwerbung verdient werden kann. Der Markt ist erschlossen und jeder will ein Stück des Kuchens abhaben.

Es macht auch wenig Sinn, über die Frage nachzudenken, ob es möglich ist, das Internet abzuschalten oder den Kapitalismus abzuschaffen, wobei mir die zweite Option natürlich sehr viel sympathischer erscheint.

Und auch die rechtsfreien Handlungsspielräume müssen wir Juristen überlassen. Oder möchten Sie darüber urteilen, was in Dubai Recht und Gesetz ist? In einem Land, wo Frauen mit Schläge bestraft werden, wenn sie Auto fahren?

Wenn wir überhaupt etwas tun können, dann nur anhaltende Schadensbegrenzung. Und das so lange, bis die Juristen für dieses Problem eine praktikable Lösung gefunden haben. Um den Schaden begrenzen zu können, müssen wir zunächst einmal definieren, von was für einem Schaden wir hier eigentlich sprechen.

Die Würde des Menschen

Gemäß Art. 1 Abs. 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland ist die Würde des Menschen unantastbar. Das ist auf der ganzen Welt der tollste erste Absatz eines Grundgesetzes, den es gibt. ;)

Das Bundesverfassungsgericht hat die Würde des Menschen als einen unveräußerlichen Wert- und Achtungsanspruch definiert, der dem Menschen kraft seines Menschseins zukommt. Dazu zählt primär die sittliche Autonomie des Menschen mit dem Ziel der freien Entfaltung seiner Persönlichkeit. Gemäß dem Grundgesetz ist der Gesetzgeber ausdrücklich dazu verpflichtet, den Schutz der Menschenwürde zu gewährleisten. Ist das nicht toll?

Die Aufgabe der Werbung ist es, Menschen auf die Existenz von käuflich erwerbbaren Produkten aufmerksam zu machen. Dabei steht der Verkäufer in marktwirtschaftlicher Konkurrenz mit anderen Verkäufern. Dieser marktwirtschaftliche Wettbewerb ist gewollt. Denn ohne diesen Wettbewerb wird der Kapitalismus zu einem Monster. In diesem Punkt hatte Marx recht.

Die sittliche Autonomie ist naturgemäß nur dann gewährleistet, wenn der Kunde frei darüber entscheiden kann, welches Angebot er annimmt oder ablehnt. Um das zu garantieren wurde 1909 das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) eingeführt.

Das zeigt, dass es tatsächlich einmal Zeiten gab, wo der Gesetzgeber versucht hat, die sittliche Autonomie des einfachen Bürger vor den sozialdarwinistischen Auswüchsen des Kapitalismus zu beschützen.

Wird dem Beworbenen aufgrund von existierenden Persönlichkeitsprofilen eine individuell angefertigte Vorselektion präsentiert, dann muss man sich konsequenterweise die Frage gefallen lassen, in wie weit der Beworbene in seiner Entscheidung noch frei ist. Denn wenn er das nicht ist, haben wir es genau genommen mit unlauterem Wettbewerb zu tun.

Wie stark die allgemeine marktwirtschaftliche Konditionierung in Bezug auf die Sittlichkeit ist, sollte uns spätestens dann klar werden, wenn wir berücksichtigen, dass sich heute niemand mehr darüber aufregt, dass wir in den Medien von der Werbung und von der Politik unablässig belogen und betrogen werden.

Unsere Bundeskanzlerin hat das vor Kurzem unverhohlen zugegeben, wenn auch mit einem Schulterzucken. Tatsächlich wird man das Gefühl nicht los, dass die Politiker den Verlust der Sittlichkeit bewusst tolerieren, sozusagen als Preis für anhaltenden Frieden. Oder wollen Sie den Politikern wirklich unterstellen, sie seien alle gekauft? Wer würde so etwas tun?

Noch sehr viel offensichtlicher wird die sittliche Autonomie des Käufers verletzt, wenn die Persönlichkeitsprofile dazu verwendet werden, um den Beworbenen vorsätzlich dahingehend zu manipulieren, dass er Dinge tut, die er freiwillig nicht tun würde. Dabei geht es schon längst nicht mehr nur darum, dass ein Kunde irgendein Produkt kauft, sondern darum, dass der Kunde einem globalisierten Konzern nachhaltig treu bleibt.

Das eigentliche Problem

Die Methoden und Techniken der wirtschaftlichen Manipulation sind hinlänglich bekannt. Denn damit beschäftigt sich die Werbeindustrie im wissenschaftlichen Rahmen schon seit vielen Jahrzehnten, man denke da nur an NLP & Co.. Das Anlegen von Persönlichkeitsprofilen ist genau genommen nicht viel mehr, als die konsequente Weiterführung von sozialdarwinistischen Interessen. Kommt Ihnen das nicht irgendwie bekannt vor? - Aber das ist ein anderes Thema!

Der Kapitalismus hat hier eine Ebene erreicht, die im Grunde nur noch von der vorsätzlichen Versklavung der Menschheit übertroffen werden kann. Die ernst gemeinte Frage ist, ob das im marktwirtschaftlichen Rahmen tatsächlich eine vertretbare Option ist, oder nicht. Denn so, wie sich die Menschen derzeit verhalten, scheint diese Option gar nicht wirklich unerwünscht zu sein. Sind wir Menschen denn wirklich so dumm?

Wenn wir uns anschauen, auf welche Art und Weise sich die Juristen in den AGB's der Datenkraken rechtfertigen, dann ist das genau genommen bereits ein Schuldeingeständnis, wenn auch nur ein implizites. Das bedeutet, die Firmen sind sich durchaus bewusst, dass sie gegen geltendes Recht und Gesetz, oder zumindest gegen geltende Sittlichkeit verstoßen.

Ich persönlich halte das für einen untragbaren Zustand. Darauf aufmerksam zu machen ist der Sinn und Zweck dieses Artikels.

Digitale Spuren sind anders

Jeder Mensch hinterlässt jeden Tag unzählige Spuren, das wusste schon Winnetou. Im richtigen Leben ist es nicht so leicht, herauszufinden, wessen Schuhabdruck wir vor uns haben. Und wenn es einmal geregnet hat, dann ist der Schuhabdruck auch schon wieder verschwunden.

In der digitalen Welt ist es anders, dort gibt es keine Witterungs- oder Zerfallsprozesse, die eine Spur mit der Zeit unkenntlich machen. Das Internet vergisst nicht! und glauben Sie mir, das ist nicht übertrieben! Im Internet gilt die Devise, was nicht vergessen werden will, kann auch nicht vergessen werden.

Wer glaubt, dass die schiere Menge der Daten eine Auswertung erschwert, der irrt gewaltig. Denn die Daten werden schon längst vollautomatisch ausgewertet.

Das geht, weil die Daten nicht erst mühsam aufbereitet werden müssen, sie stehen ja schon in digitaler Form zur Verfügung. Und wenn die Menge an Daten zunimmt, dann werden einfach jene Programme vervielfältigt, welche die Daten auswerten. So einfach ist das. Die Menge der Daten wird in der digitalen Welt niemals ein unüberwindbares Problem darstellen, ganz im Gegenteil. Je mehr Daten, desto besser!

Erschwerend kommt hinzu, dass es im Internet sehr viel leichter ist, eine digitale Spur einer real existierenden Person zuzuordnen.

Wenn man sich die Mühe macht, und all die digitalen Spuren sammelt, die eine Person im Verlauf von vielen Jahren hinterlassen hat, dann erhält man sehr schnell ein umfangreiches Profil, das mit Hilfe von Psychologen, Demographen und Neuronalen Netzen Ihre geheimsten Sehnsüchte offenbart. Und das alles geschieht vollautomatisch!

Dass solch ein Persönlichkeitsprofil mehr Daten beinhaltet, als die Person über sich selbst weiß, ist schon längst der Normalfall. Oder wissen Sie, was sie vor zwei Jahren um diese Uhrzeit getan haben? Keine Sorge, Facebook weiß es!

Um ein Beispiel zu nennen: Im August 2006 geriet versehentlich eine Datenbank von AOL an die Öffentlichkeit, in der die Suchdaten von 650'000 Benutzer über einen Zeitraum von ca. 3 Monaten gespeichert waren. Diese Datenbank kursiert heute immer noch im Internet. Sie können darin exakt nachlesen, welche Seiten ein Benutzer besucht hat. Sie werden mir sicher recht geben, wenn ich sage, dass das der Albtraum eines jeden Datenschützers ist.

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mir selbst fällt es schwer, meine geheimsten Gedanken, Wünsche und Sehnsüchte einem Unternehmen anzuvertrauen, dessen einziges Ziel es ist, Umsatz zu generieren. Bitte verstehen Sie mich richtig, ich habe generell nichts gegen Google. Aber ich habe etwas gegen kapitalistische Gier und manipulative Ausbeutung.

Wo viel gehobelt wird, da fallen viele Späne, das ist normal. Dass Spuren entstehen, kann nicht verhindert werden. Aber wir können verhindern, dass diese Spuren realen Personen zugeordnet werden und wir können dafür sorgen, dass unsere Spuren gelöscht werden. Solange der Gesetzgeber die Sammelwut der großen Konzerne nicht eingrenzt, müssen wir uns selbst behelfen. Die Frage ist natürlich, was wir tun können.

Die Techniken der Identifikation

Um Zugang zum Internet zu erhalten, braucht es eine Firma, welche den Zugang gewährt, das sind die sogenannten Internet Service Provider, kurz ISP genannt. Diese Firmen sitzen quasi auf den Kabeln, über welches im Internet kommuniziert wird.

Der Surfer ist mit den ISP's meist mit einem Telefon-Kabel verbunden. Früher wurde dazu ein piependes und rauschendes Wählmodem verwendet, heute geht das über einen sogenannten Breitbandanschluss (DSL, UMTS oder TV-Kabel).

Wenn sich ein Surfer bei seinem Internet Provider angemeldet hat, erhält er eine weltweit eindeutige Identifikation, über den sein Computer im Internet erreichbar ist. Diese Identifikation erfolgt über die sogenannten IP-Adresse, die besteht aus vier von einem Punkt getrennte Zahlen zwischen 0 und 255. Diese Zahlenfolge hat die Funktion einer Telefon-Nr., damit Ihr Computer für andere Computer erreichbar ist. So weiß ich beispielsweise, dass Ihr Computer über die IP ::1 erreicht werden kann. Ohne solch eine Adresse könnten Sie nicht im Internet surfen.

Manche ISP's geben Ihnen bei jeder Einwahl immer die gleiche IP-Adresse, was natürlich Vorteile hat, wenn man beispielsweise zuhause einen Server betreiben will. Aber die meisten ISP's geben Ihnen bei jeder Einwahl eine neue Adresse (DHCP). Denn ein ISP verfügt in der Regel nur über eine begrenzte Anzahl von IP-Adressen und muss daher sparsam damit umgehen. Das ist nebenbei auch der Grund, weshalb ich kein Freund von IPv6 bin, aber das ist ein anderes Thema.

Wenn also jemand wissen will, wer hinter solch einer IP-Adresse steckt, muss er zunächst herausfinden welchem ISP die Internet-Adresse zugeordnet ist (den sogenannten IP-Block Owner). Dann muss er den jeweiligen ISP anrufen, und ihn fragen, welcher Nutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt die IP-Adresse genutzt hat. Der ISP muss anschließend in den Loggfiles nachsehen. Aber natürlich tut er das nur, wenn er gesetzlich dazu verpflichtet ist. Denn er will den Kunden ja nicht verlieren.

Über den Provider kann auch der Standort des Surfers eingegrenzt werden, was allerdings relativ ungenau ist (Geotargeting). Über diesen Weg ist heute noch keine Identifikation möglich. Weil es aufwändig ist, aufgrund der IP-Adresse herauszufinden, wer hinter einer bestimmten IP-Adresse steckt, müssen Firmen wie Facebook, Google & Co. auf andere Identifikations-Methoden ausweichen. Die Frage ist natürlich, wie die das machen? Das ist in der Tat eine gute Frage!

Das berüchtigte Cookie

Das Internet-Protokoll HTTP sieht nicht vor, dass die Browser permanent mit einem Server verbunden sind. So wird die Verbindung nach jeder Abfrage getrennt. Das macht auch Sinn, denn sonst könnte es passieren, dass die Leitungen besetzt sind, und das will ja keiner. Der Nachteil ist allerdings, dass sich der Benutzer jedes Mal neu identifizieren muss. Das ist wichtig, wenn der Server beispielsweise wissen will, ob ein Benutzer schon mal ein Produkt in den Warenkorb gelegt hat.

Um dieses Dilemma zu lösen, hat die Firma Netscape im Jahr 1994 das sogenannte Cookie eingeführt. Damit ist eine kleine Datei gemeint, die der Browser auf Ihrem Computer speichert. Dabei gilt: jede Internetseite kann solch eine Datei anlegen, wobei diese bei jedem zukünftigem Seitenaufruf mitgeschickt wird. Auf diese Weise kann ein Benutzer auch nach mehreren Seitenabrufen noch identifiziert werden.

Cookies werden oft als etwas Böses dargestellt, aber das sind sie in Wirklichkeit gar nicht. Denn ein Cookie kann generell nur von jener Internetseite ausgelesen werden, die sie auch erzeugt hat. Ich kann über meine Seite also nicht herausfinden, ob auf Ihrem Computer ein fremdes Cookie gespeichert ist, das geht nicht!

Cookies sind nur dann ein Problem, wenn Internet-Seiten Inhalte von anderen Servern anzeigen. Das ist beispielsweise bei der Google AdSense Werbung der Fall!

Google ist nicht wirklich darauf angewiesen, dass die Benutzer ständig identifiziert werden. Aber es hilft Google, die Werbung sehr viel effizienter zu schalten, wenn der Benutzer identifiziert ist. Deshalb setzt Google alles daran, die Benutzer möglichst zuverlässig zu identifizieren.

Das Gute an Cookies ist, dass man die Kontrolle darüber hat. Das bedeutet, man kann Cookies löschen oder einer Internetseite verbieten, welche anzulegen. Das ist für Firmen wie Google natürlich ein Problem. Aber es gibt noch andere Wege, wie man einen Benutzer identifizieren kann.

Das Flash-Cookie

Was viele nicht wissen ist, dass es nicht nur Text-Cookies gibt, sondern auch sogenannte Flash-Cookies, auch LSO-Cookie genannt LSO ist die Abkürzung für Local Shared Object.

Diese Cookies werden nicht vom Browser, sondern vom Flash-Plugin angelegt, welches heutzutage auf den meisten Browser installiert ist. Anders als bei den Text-Cookies können bei den LSO's größere Datenmengen gespeichert werden, die über eine wesentlich höhere Verweildauer verfügen, als bei gewöhnlichen Text-Cookies üblich ist.

Als problematisch gilt, dass Flash-Cookies wesentlich schwerer einzusehen und zu kontrollieren sind, als die klassischen Text-Cookies. Ein wenig irreführend ist auch, dass Flash-Cookies auch von Internetseiten benutzt werden, die sonst keine Flash-Elemente einsetzen.

Wenn die Gerüchte stimmen, haben Adobe und Firefox den Flash-Cookies den Kampf angesagt. Die Chancen stehen also gut, dass Flash-Cookies eines Tages abgeschafft werden. Da Flash kein offener Standart ist, wäre das durchaus vorstellbar. Aber da Flash eh am Sterben ist, interessiert das bald niemand mehr.

Wenn Sie interessiert sind, welche Auftritte Flashcookies anlegen, dann installieren Sie das Firefox-Plugin BetterPrivacy. Wenn Sie das Anlegen von Flash-Cookies generell unterbinden wollen, können Sie diese Option in den Einstellungen des Flash-Plugins abschalten.

Third-Party Cookies

Wenn man mit Hilfe von Cookies herausfinden will, welche Internetseiten besucht werden, dann funktioniert das nur, wenn auf den jeweiligen Internetseiten Inhalte von weiteren Internetseiten eingebettet werden (Third-Party-Request). Dies ist dann der Fall, wenn beispielsweise Banner-Werbung geschaltet ist, oder eine Online-Statistik geführt wird.

Hierzu ist es erforderlich, dass im Quelltext der Internetseite fremde HTML-Inhalte eingefügt werden. Diese binden die Banner oft über ein iFrame ein oder es werden dazu Javascript-Elemente verwendet (Script-Tracking). Manchmal wird auch nur ein transparentes Bild eingesetzt, dass sich auf einem fremden Server befindet (Counterpixel). So werden beim Aufruf einer Internetseite im Hintergrund unerkannt Inhalte aufgerufen, die sich auf fremden Servern befinden. Und diese fremden Server legen auf Ihrem Computer dann meistens ein sogenanntes Third-Party Cookie an.

In jedem Cookie ist normalerweise eine eindeutige Identifikations-Nummer gespeichert. Diese teilt dem fremden Server mit, dass Sie eine neue Browser-Sitzung gestartet haben. Über die Umgebungs- variabeln erfährt der Server außerdem, welche Seite Sie gerade besuchen und welche Sie zuletzt besucht haben.

Wenn Sie daraufhin auf weiteren Internetseiten surfen, wo ebenfalls eine Bannerwerbung oder eine Online-Statistik geschaltet ist, dann erkennt Sie der fremde Server aufgrund der im Cookie gespeicherten Identifikations-Nummer wieder. Auf diese Weise wird Ihr Surfverhalten aufgezeichnet und gespeichert.

Eine wichtige Einnahmequelle dieser Tracking-Dienste, ist natürlich auch der Handel mit Ihren Daten. Auf diese Weise werden die Datenbestände der verschiedenen Firmen zusammengeführt. So ist es kein Geheimnis mehr, dass mache Firmen über riesige Datenbanken verfügen. Diese Praxis ist nicht wirklich legal, wird aber vom Gesetzgeber toleriert. Wo kein Kläger ist, ist auch keine Klage, deswegen wird die Öffentlichkeit über die Existenz dieser Datenbank nicht informiert. Aber glauben Sie mir, sie existieren! Ich habe vor vielen Jahren selbst einmal Zugang zu einer gehabt.

Gemäß einer Studie von der BerkeleyLaw Universität in Kalifornien werden auf ca. 75% aller Internet-Seiten Third-Party-Cookies eingesetzt. Dazu gehören alle Online-Anwendungen von Google, die Anfragen an die Google-Seite stellen, und das sind so ziemlich die meisten Anwendungen. Am bekanntesten sind sicherlich die die Google AdSense-Werbung, Google Analytics, Google Translation oder Google WebFont. Diese Dienste sind nur deswegen kostenlos, weil sie die permanente Überwachung Ihres Surfverhaltens erlauben.

Aber nicht nur Google tut so etwas, sondern viele andere Firmen auch, wovon einige inzwischen von Google aufgekauft wurden, wie z.B. Doubleclick.net. Weitere sind eTracker, infonline, opentracker.net und viele andere. Ich habe hier eine Liste von Trackerdienste für einen Popupblocker mit ca. 11'000 Regeln. Das sollte Ihnen einen Eindruck vermitteln, von was für einer Größenordnung wir hier sprechen.

Umgekehrt ist nicht jede Statistik-Software gleichzeitig auch ein Tracking-Dienst, man muss da schon differenzieren. Wenn Sie beispielsweise Ghostery installiert haben, werden Sie feststellen, dass ich auf diesem Internet-Auftritt die Statistik-Software Piwik laufen habe. Diese Software läuft auf derselben Domäne wie der Internetauftritt. Der Quelltext ist offen, ich weiß also exakt, was die Software tut. Die Daten werden zusammengefasst, um daraus eine anonyme Statistik zu erstellen. Die Daten werden nicht an irgendwelche Tracking-Dienste weiter geleitet.

Wenn Sie daran interessiert sind, dass Ihre Daten nicht weiter ausgewertet werden, dann müssen lediglich die Internetadressen der betreffenden Tracking-Dienste gesperrt werden. Das können Sie mit Hilfe einer guten Firewall, einem Werbeblocker, oder mit Hilfe von Browser-Plugins, wie z.B. URLfilter, Ghostery, Counterpixel, Addblock und viele mehr.

Identifizierung mit HTML5

Flash ist eine Technologie, die von vielen IT-Spezialisten aktiv boykottiert wird. Die Begründung lautet, dass Flash ein Sicherheitsrisiko darstellt. Es wird deshalb empfohlen, baldmöglichst auf HTML5 umzustellen. Google, Youtube und Apple haben es bereits getan und viele andere ebenfalls. Dass diese Technologie derart voran getrieben wird, hat berechtigte Gründe. Es gibt aber auch Argumente, die für die Verwendung von Flash sprechen.

Flash stellt tatsächlich ein hohes Sicherheitsrisiko dar, und das nicht nur wegen dem Flash-Cookie. Das hat ganz einfach mit dem riesigen Funktionsumfang zu tun, welchen Flash dem Nutzer zur Verfügung steht. Aus diesem Grund werden Java-Applets ebenfalls als Sicherheitsrisiko eingestuft. Generell kann man sagen, dass alle Technologien, die viele Möglichkeiten beinhalten, ein Sicherheitsrisiko darstellen, und das gilt natürlich auch für HTML5.

HTML5 soll Flash ersetzen, deshalb wird es über viele neue Features verfügen, darunter auch eines, dass es erlaubt beliebig viele Daten auf Ihrem Computer zu speichern! Das sogenannte lokalStorage. Sie glauben wirklich, HTML5 sei sicherer, als Flash? Weit gefehlt!

Zum Vergleich: ein Text-Cookie sollte pro Domäne offiziell nicht mehr als 4KB an Daten speichern. Ein Flash-Cookie ohne explizite Freigabe kann derzeit ca. 100KB speichern. HTML5 kann auf Ihrem Rechner ungefragt bis zu 5MB unverschlüsselte Daten speichern!

Wenn Sie jetzt überrascht sind, kann ich Sie verstehen, aber es kommt noch dicker: Diese Technologie wird bereits als Cookie-Ersatz eingesetzt. Auf fast jeder zehnten Internetseite werden die Tracking-Cookies schon via HTML5 gesetzt. Von den 1000 meistbesuchten Internetseiten verwenden inzwischen schon ca. 1/3 das HTML5 Local Storage, und es werden täglich mehr.

Um Ihnen zu zeigen, wovon ich spreche, habe ich für Sie eine kleine Demonstration vorbereitet. Das funktioniert natürlich nur mit HTML5-fähigen Browsern.

Versuchen Sie bei diesem Beispiel einmal die localStorage Funktion zu deaktivieren. Sie werden nach einigen Fehlversuchen feststellen, dass localStorage von den Browsern genauso behandelt wird, wie gewöhnliche Text-Cookies. Das macht natürlich Sinn, denn diese Funktion hat ja die Aufgabe, die bisherigen Cookies zu ersetzen. Aber wenn man den Browser beibringen will, dass man nur Text-Cookies akzeptieren möchte, und keine HTML5-Cookies, ist das gar nicht so einfach.

Wenn Sie localStorage in Firefox abschalten möchten, können Sie den Eintrag dom.storage in der about:config-Einstellung von enabled auf false setzen. Wenn Sie lediglich die gespeicherten Inhalt sichten wollen, helfen Plugins wie Foundstone HTML5 Local Storage Explorer.

Nebenbei: Für die Überwachung von Internetstandarts ist normalerweise das W3C-Gremium zuständig. Dieses hat die Verabschiedung des HTML5-Standarts offiziell für 2014 angekündigt. Das ist einigen Firmen zu langsam, daher wurde kurzerhand ein neues Gremium gegründet, die sogenannte WHATWG-Community. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde das ziemlich dreist!

Die HTML5-Spezifikationen von WHATWG wurden von Ian Hickson verfasst, das ist zufälligerweise auch ein Angestellter von Google. Hinter dem Gremium steckt unter anderem auch Apple, der Erzfeind vom Flash-Produzent Adobe. Überrascht Sie das? Ja, HTML5 ist in der Tat nicht das, was es zu sein scheint! HTML5 ist noch nicht ausgereift, wir Techniker werden Flash noch sehnsüchtig vermissen, da bin ich mir sicher!

Durch die Hintertür

Wenn man für einen Auftritt wie Google das Anliegen von Cookies sperrt, darunter auch Flash-Cookies und die Speicherung localStorage-Daten und dabei gleichzeitig mit Hilfe eines Werbeblockers alle Tracking-Versuche eindämmt, dann versucht Google Ihr Surfverhalten via Javascript zu ermitteln. Das bedeutet, es wird bei jedem Klick auf ein Suchergebnis mit Hilfe von Javascript für Sie unerkannt im Hintergrund eine Abfrage an Google geschickt.

Dieses Verhalten könnten Sie relativ einfach unterbinden, wenn Sie generell auf Javascript verzichten. Das Problem dabei ist allerdings, dass immer mehr Internetseiten statt Flash mit Javascript-Bibliotheken wie jQuery oder MooTools arbeiten. Das bedeutet, ohne Javascript werden viele Auftritte nicht korrekt dargestellt. Das ist natürlich ein Problem.

Aber auch hierfür gibt es eine Lösung: Sie können mit Hilfe von Plugins wie Greasemonkey auf Seiten Ihrer Wahl zusätzliche Javascript-Elemente eingebaut werden, die auf der Internetseite normalerweise nicht enthalten sind. Mit Hilfe von solchen Javascript-Blöcken können im Quelltext enthaltene Funktionen überschrieben oder deaktiviert werden. Auf diese Weise kann verhindert werden, dass die Klicks auf die Suchergebnisse via Javascript an Google weitergegeben werden.

Umleitung via Proxy

Wenn Google dann immer noch nicht Erfolg hat, dann kann es passieren, dass die Links der Suchergebnisse direkt über ein Proxy geleitet werden. Das bedeutet, wenn man auf ein Suchergebnis klickt, dann wird zunächst einmal gar nicht das Ziel aufgerufen, sondern ein Script von Google. Dieses leitet die Anfrage für Sie unsichtbar an die gewünschte Seite weiter. Auch diese Aufrufe können mit Hilfe von Plugins wie Greasemonkey oder Google/Yandex search link fix korrigiert werden.

Wenn Sie mögen und die Disziplin haben, können Sie auch ganz auf die Suchmaschine von Google verzichten. Aber das ist wohl nur was für die Hartgesottenen Surfer. Die bekanntesten Alternativen sind in Deutschland sicherlich Bing, T-Online, Yahoo, Ask.com oder Fireball. Nostalgiker wie ich werden hie und da auf Altavista, Lycos oder Excite zurückgreifen. Wer nicht auf Google verzichten möchte, kann auf Meta-Suchmaschinen zurückgreifen, wie OpenSearch, Ixquick, MetaGer.

Eine Suchmaschine kann ich Ihnen besonders ans Herz legen, es ist startpage.com. Hier handelt es sich um eine Meta-Suchmaschine, die sich ausdrücklich Ihrer Privatsphäre verschrieben hat. Diese Suchmaschine speichert Ihre IP-Adresse nicht und nutzt anonym die Suchergebnisse von anderen Suchmaschinen, wie Google. Hoffen wir, dass uns diese Suchmaschine noch ein Weile erhalten bleibt!

Der Fingerabdruck Ihres Browsers

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, wie ein Benutzer identifiziert werden kann, nämlich über den Weg des Fingerabdrucks Ihres Browsers. So sieht das HTTP-Protokoll vor, dass bei jedem Aufruf bestimmte Informationen mitgeschickt werden, die für einen Server wichtig sind, damit er weiß, wie er die Inhalte so übermitteln kann, damit diese im Browser auch korrekt dargestellt werden.

Das Problem ist, dass die Anforderungen an die Browser immer größer werden. Da muss die Version des Browsers und des Betriebssystems unterschieden werden, die Sprache, die installierten Plugins und Schriftarten, die Zeitzone, die Bildschirmauflösung mitsamt der Farbtiefe und viele andere Parameter. Fasst man das alles zusammen erhält man eine Art unverwechselbaren Fingerabdruck des Browsers, der es erlaubt, den Benutzer zu identifizieren.

Wie einmalig der Fingerabdruck Ihres Browsers ist, können Sie auf der Seite Panopticlick herausfinden. Als Internet-Profi habe ich auf meinem Computer jede Menge Plugins, Schriften und sonstige Extras installiert, die den Fingerabdruck meines Browsers besonders einmalig machen. Kombiniert man diese Technik mit der Zuweisung des IP-Block-Owners, dann ist es möglich, den Benutzer ohne zusätzliche Technologien präzise genug zu identifizieren.

Wenn Sie den Fingerabdruck Ihres Browsers verschleiern wollen, können Sie das, indem Sie in Ihrem Netzwerk über ein Firewall-Proxy ins Internet gehen.

Saferbrowsing

Vor kurzem wurde die Internetseite eines Kunden angegriffen. Das Folge war, dass sich auf dem Webserver ein Scriptvirus eingenistet hat. Nachdem ich den Virus entfernt hatte und die Seite besuchen wollte, stellte ich überrascht fest, dass eine Seite erscheint, die den Surfer ausdrücklich vor dem Besuch dieser Seite abrät. Und egal, was ich unternahm, ich kam nicht auf diese Internetseite.

Als ich herausfinden wollte, woran das liegt, stieß ich auf eine Funktion des Browsers, die sich Safebrowsing nannte. Dabei geht es darum, dass eine Internetseite erst aufgerufen wird, wenn geklärt ist, dass sich keine Trojaner oder Viren darauf befinden. Das ist ganz offenkundig eine sinnvolle Funktion, die sicher schon viele Rechner vor einer Infektion geschützt hat. So sieht es jedenfalls aus.

Natürlich interessierte mich die Frage, wie Firefox vor dem Besuch der Seite eigentlich wissen kann, ob die Seite sicher oder nicht? Ich meine, wenn die Seite gar nicht aufgerufen wird, muss es jemandem dem Browser mitgeteilt haben, oder nicht? Und das lässt nur den Schluss zu, dass Firefox meine Suchanfrage zwecks Überprüfung weitergeleitet haben muss. Und das ohne meine Einwilligung!

Um sicher zu sein, tat ich das, was jemand an meiner Stelle zuerst tun würde, ich startete einen HTTP-Sniffer und gab in Firefox ein beliebige Adresse ein. Tatsächlich wurde meine Anfrage weitergeschickt, und raten Sie einmal, an wen? Richtig, an Google, an wen denn sonst! Nach kurzem Recherchieren stellte sich heraus, dass Google ein Verzeichnis betreibt, in dem gefährliche Internetseiten eingetragen werden. Und anscheinend nutzt auch die Konkurrenz von Google Chrome dieses Verzeichnis.

Das bedeutet im Klartext, dass jeder Link, den Sie in Firefox angeklickt haben, mitsamt Ihrer IP-Adresse im Hintergrund an Google weitergeschickt wird. Google weiß über Ihr Surfverhalten also auch dann Bescheid, wenn Sie die Dienste von Google gar nicht benutzen. Das ist ein Verhalten, dass man im schlimmsten Fall von Google Chrome erwarten würde, aber doch nicht von Googles Konkurrenten Firefox? Ich muss gestehen, dass mich diese Dreistigkeit einen Moment lang sprachlos gemacht hat.

Inzwischen weiß ich, dass Google zu den wichtigsten Sponsoren der Mozilla Foundation zählt. Und diese Foundation war es, die Firefox einst Leben eingehaucht hat. Da noch andere Browser die Mozilla-Engine verwenden, können wir davon ausgehen, dass dasselbe Verhalten auch in anderen Browsern zu erwarten ist.

Safebrowsing ist in Firefox von Haus aus eingeschaltet. Sie können dieses Verhalten über die erweiterte Konfiguration abstellen (das berüchtigte about:config). Wenn Sie das tun wollen, suchen Sie im Internet nach entsprechenden Anleitungen. Weil Firefox jeden Monat eine neue Version auf den Markt bringt, werde ich nicht hinterher kommen, die Anleitung jedesmal anzupassen.

Wenn Sie meinen, das sei ein Einzelfall, dann irren Sie sich. Ich hatte hier einen Fall, wo die Registrierungsbehörde für Schweizer Domänen Switch.ch eine Seite sperrte, nur weil Sie in dem Google-Verzeichnis aufgelistet war. Die Folge war, dass eine mittelständische Firma mit über 50 Angestellten auf einmal kein Email mehr hatte. Da stellt sich doch die Frage, wieso und wie häufig diese Datenbank von der Registrierungsstelle denn angefragt wird? Kann es denen denn nicht egal sein, was mit den Domänen gemacht wird? Auch dieses Beispiel zeigt, wie unglaublich mächtig Google inzwischen geworden ist.

Empfehlungen

Man mag von Facebook, Twitter & Co. denken, was man will, Google schlägt sie alle mit großem Abstand. Man kann wirklich ohne Übertreibung sagen, dass das Internet von Google regelrecht beherrscht wird. Als Laie haben Sie kaum eine Chance, sich vor Google zu schützen!

Um es auf den Punkt zu bringen, Sie sind Google hilflos ausgeliefert und können nur hoffen, dass Google vernünftig mit Ihren Daten umgeht. Eine Hoffnung, die Anbetracht der kapitalistischen Interessen wohl eher unbegründet sein dürfte. Dieses Kapitel liefert Stoff für viele zukünftige Whistleblower-Generationen.

Wenn Sie dennoch den Kampf aufnehmen wollen, dann wird es ein wenig kompliziert, denn dann müssen Sie ein paar Hausaufgaben machen, um die Punkte zu verstehen, die ich nachfolgend auflisten werde. Die Reihenfolge hat keine Bedeutung:

Keine Google-Dienste

Verzichten Sie generell auf alle Dienste von Google. Auch auf Google Earth, Google Kalender, Google Drive, die Google Toolbar, Google+ oder die komfortable Googlemail-Adresse und natürlich auch alle anderen zahlreichen Apps und Dienste.

regelmäßig ausloggen

Wenn es wirklich nicht anders geht, dann achten Sie darauf, dass Sie sich regelmäßig ausloggen. Das gilt natürlich auch für Youtube, Picasa, Orkut und alle anderen Firmen, Dienste und Plattformen die direkt oder indirekt zum Google Imperium gehören.

regelmäßig Cookies löschen

Wenn Sie sich ausloggen, vergessen Sie nicht die Cookies zu löschen, sonst erkennt Google Ihren Browser das nächste Mal wieder und kann dann vielleicht sogar die inzwischen geänderte IP-Adressen zuordnen. Wenn das der Fall ist, sind sämtliche Maßnahmen umsonst. Am besten sie stellen Ihren Browser so ein, dass er automatisch alle Gookies löscht, wenn der Browser beendet wird. Flash-Cookies sollten in Ihrem Browser generell gesperrt sein.

verschiedene Browser verwenden

Da ich sowieso mit mehreren Rechnern arbeite, und aus geschäftlichen Gründen nicht immer auf Google verzichten kann, halte ich es oft so, dass nur ein Computer bei Google angemeldet ist. Man kann natürlich auch eine Virtuelle Maschine verwenden, wenn man möchte. Wem das zu umständlich ist, der kann unterschiedliche Browser installieren, wo nur einer für Google verwendet wird.

Internetauftritte schützen

Wenn Sie Internetseiten betreiben, versuchen Sie ebenfalls auf alle Dienste von Google zu verzichten, und seien sie noch so komfortable. Verzichten Sie auf Google Adwords und auf Google Analytics. Verwenden Sie keine Javascript Elemente, die bei Google Code gehostet sind. Verwenden Sie keine Google Webfonts. Und verzichten Sie auf Tracking Dienste und Banner Werbung, wenn Sie nicht wirklich wissen, wer hinter den Firmen steckt und was mit den verfügbaren Daten geschieht.

Alternativen suchen

Bitte vergessen Sie nicht, auch wenn es oft so scheint, Google hat das Internet nicht erfunden, es gibt für alles gute Alternativen. Fangen Sie mit der Suchmaschine an. Finden Sie heraus, ob Sie auch mit startpage.com klar kommen.

Auf Ihre Identität achten

Wenn Sie sich täglich nur eine halbe Stunde im Internet aufhalten, dann genügt es, wenn Sie einen Provider haben, der von Zeit zu Zeit die IP wechselt, das tun die meisten ISP's sowieso täglich. Wenn Sie eine Fix-IP haben, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man Sie zuverlässig identifizieren kann. In diesem Fall sollten Sie besondere Vorsicht walten lassen.

Regelmäßig Zugänge wechseln

Sinnvoll ist es, wenn Sie von Zeit zu Zeit Ihre Identität wechseln. Tun Sie das mind. einmal im Jahr, markieren Sie diesen Tag in Ihrem Kalender. Verwenden Sie für die Passwörter kryptische Passwörter, die Sie mit Hilfe von Merksätzen einfach auswendig behalten können, wie z.B. ein Liedtext oder ein Gedicht. Wählen Sie Merksätze, die Sie variieren können. So können Sie daraus mehrere Passwörter ableiten, die Sie nach Wichtigkeit abstufen können. Verwenden Sie Zugangsdaten, die nicht miteinander in Verbindung gebracht werden können. Wenn es die Situation erlaubt, verwenden Sie Pseudonyme.

Browser kennen

Und surfen Sie nur mit Browsern, wenn Sie wissen, was das Programm genau tut! Insbesondere Chrome, den Browser von Google, sollten Sie mit Vorsicht genießen. Es heißt zwar, dass man diesen Browser "anonymisieren" kann, aber ich wäre mir da nicht so sicher, ob das auch wirklich funktioniert. Lassen Sie im Zweifelsfall einen Sniffer im Hintergrund laufen, dann wissen Sie mehr.

mobiles Internet beachten

Dasselbe gilt natürlich auch für Googles Betriebssystem Android, das in immer mehr Mobiles und Tablets eingesetzt wird. Es wird immer wieder bemängelt, dass Android mit Google kommuniziert. Wie viele Daten dabei ausgetauscht werden, ist nicht bekannt. Tatsache ist aber, dass Android erst funktioniert, wenn sich der Nutzer bei Google angemeldet hat, obwohl das für den Betrieb eines Betriebssystems eigentlich gar nicht notwendig wäre, wie andere Beispiele zeigen. Und das fördert nicht gerade das Vertrauen, finde ich.

Sich nicht auf die Konkurrenz verlassen

Wie wir gesehen haben, wurde Firefox von Google gekauft und wird jetzt von Google als Überwachungsinstrument eingesetzt. Wenn auch Ihr Browser auf die Blacklist von Google zugreift, dann stellen Sie diese Funktion aus. Wenn Sie Ihr System geschützt halten, und alle Tools regelmäßig updaten, besteht wenig Gefahr, dass Ihr Rechner infiziert wird.

Alternativen ausprobieren

Wenn Ihnen danach ist, versuchen Sie auch mal einen anderen Browser, wie z.B. den Maxthon-Browser, der perfekt HTML5 beherrscht. Bitte vergessen Sie nicht, dass auch Firefox einmal klein angefangen hat. Wenn Sie einen guten Browser gefunden haben, erzählen Sie es weiter. Nur so kann die Dominanz der wenigen großen Browser-Herstellern gebrochen werden.

Werbeblocker installieren

Wenn Sie sich täglich bis zu zwei Stunden im Internet aufhalten, dann sollten Sie außerdem einen guten Werbeblocker installiert haben. Die gibt es beispielsweise als Browserplugins, wie z.B. Addblock Plus für Firefox, der nebenbei auch die Youtube-Werbung abstellt, was sehr angenehm ist. Toll ist auch, dass es URL-Filter für Deutschland gibt, die von einer großen Community gepflegt wird.

URL-Filter installieren

Wenn Sie wie ich, täglich viele Stunden im Internet verbringen, dann sollten Sie sich einen URL-Filter anschaffen, der dafür sorgt, dass die Trackingdienste eingeschränkt werden. Dazu gibt es unterschiedliche Lösungen. wie z.B. das Firefox-Plugin Ghostery, womit man Tracking-Dienste identifizieren und ausschalten kann.

Namensauflösung beeinflussen

Ungeliebte Adressen können unter Windows mit Hilfe der Hosts-Datei gesperrt werden. Das braucht allerdings ein wenig Übung. Man sollte auch nicht allzu viele Regeln einfügen, weil das den Prozess der Namensauflösung verlangsamen kann. Alternativ kann man sich einen eigenen DNS-Server installieren, was ebenfalls nur etwas für Profis ist.

Proxy verwenden

Alternativ dazu können Sie in Ihrem Netzwerk ein Proxy wie z.B. Squid einsetzen. Dieses stellt sich zwischen Ihrem Browser und dem Internet und kann so den Datenfluss steuern. Es gibt auch Familien-Filter, die nicht nur pornographische Inhalte sperren können, sondern auch Tracking-Dienste.

Hardware-Firewall

Hardware-Firewalls, die über einen IP- und einen URL-Filter verfügen, waren in der Vergangenheit oft unerschwinglich, aber das hat sich inzwischen geändert. So bieten die Firmen Zyxcel oder Netgear für wenig Geld Firewalls für kleine Unternehmen an, die sehr viel mehr können, als nur URL's zu filtern. Solch eine Firewall bietet zwar nicht den ultimativen Schutz, aber es kommt dem schon recht nah.

Wenn Sie technisch versiert sind, dann können Sie sich auch selbst eine eigene kleine Firewall zusammenbauen. Dazu bietet sich ein alter ausgemusterter PC an, der mit zwei Netzwerk-Karten ausgerüstet ist. Auf diesen können Sie eine Linux-Distribution mit Firewall wie IPCop, IPFire oder SmoothWall installieren. Bei einigen Firewalls muss der URL-Filter nachgerüstet werden. Diese Firewall können Sie anschließend über den Browser administrieren, was natürlich bequem ist.

Noch viel edler ist es natürlich, wenn Sie ein Mini-ITX-Board verbauen, wie z.B. das bekannte Alix-Board, dass über zwei Netzwerk-Schnittstellen verfügt. Anstelle einer Festplatte können Sie eine Flash-Card einsetzen. Eine Kühlung des Chips ist nicht erforderlich. Solch ein Gerät braucht im Dauerbetrieb nicht viel mehr als 5 Watt, was dem Privat-Anwender sehr entgegen kommt. Auch dieses Teil steht auf meiner Wunschliste.

Was erwartet uns?

Die Frage ist, was uns erwartet, wenn wir uns nicht um die Sicherheit unserer Daten kümmern? Wir wissen, dass Google eine Aktiengesellschaft ist, deren Aktie an der Börse gehandelt wird. Und Aktionäre sind bekanntlich nur an einer Sache interessiert, nämlich an einer hohen Redite. Es sind also primär wirtschaftliche Interessen, die Google dazu veranlassen, das zu tun, was Google tut. Diesbezüglich kann man Google in der Tat nichts vorwerfen.

Aus der Vergangenheit wissen wir, dass Google sehr einfallsreich ist, wenn es darum geht, an die Daten der Internet-Benutzer zu kommen. Wir können also annehmen, dass Google ebenso einfallsreich ist, wenn Ihre Daten in bare Münze umgewandelt werden sollen. Aber was könnte an unseren Daten so wertvoll sein? Das ist eine gute Frage.

Wenn jemand ein bestimmtes Produkt oder eine Dienstleistung sucht, wird oft zuerst im Internet gesucht. Dabei sind die ersten Anbieter, die man findet, naturgemäß im Vorteil. Die Firmen sind also daran interessiert, dass sie im Internet vor allen anderen gefunden werden. Und das lassen sich die Suchmaschinen fürstlich bezahlen. Damit ist Google reicht geworden, das ist kein Geheimnis. Aber was hat das mit Ihren Daten zu tun?

Ihre Interessen kommen ins Spiel, wenn es darum geht, nur Anzeigen einzublenden, die auf Ihre besonderen Bedürfnisse zugeschnitten sind. Denn es macht wenig Sinn, Werbung einzublenden, für die Sie sich gar nicht interessieren. Viel effizienter ist es doch, wenn Werbung zu Themen einblendet wird, von denen Google aufgrund einer vorher erfolgten Internetsuche annehmen kann, dass Sie sich dafür interessieren. Und hier ist sie auch schon, die gesuchte Verbindung zwischen Googles wirtschaftlichen Interessen und Ihren persönlichen Daten.

Was also Google möchte, ist Ihr Surfverhalten zu überwachen, um daraus Rückschlüsse zu ziehen, welche Werbung bei Ihnen am wirksamsten sein könnte. Aber auch das kann gesteigert werden, wenn man aus Ihrem Surfverhalten ein Persönlichkeitsprofil erstellt, das Rückschlüsse auf Ihre Interessen erlaubt, ohne dass sie diese der Suchmaschine vorher verraten haben. Es geht also nicht mehr darum, vereinzelte Interessen zu finden, sondern möglichst viele, um voraussagen zu können, wofür Sie sich noch so alles interessieren könnten.

Wenn beispielsweise jemand einen Flug ans rote Meer gebucht hat, die Person aber ängstlich ist, macht es wenig Sinn diese Person für das Tauchen begeistern zu wollen, obwohl das rote Meer ja eigentlich ein Taucherparadies ist. Man kann das noch weiter führen: wenn jemand in einem arabischen Stadtviertel wohnt und kein Schweinefleisch kauft, dann macht es wenig Sinn, eine Werbung für gute französische Weine einzublenden. Sie ahnen vielleicht, worauf das hinausläuft.

Sollte es Google tatsächlich gelingen, umfassende Persönlichkeitsprofile zu erstellen, dann können daraus viele sensible Daten abgeleitet werden, wie z.B. Religionszugehörigkeit, Temperament, sexuelle Ausrichtung, um nur ein paar Bereiche zu nennen. Stellen Sie sich einmal vor, wie wertvoll eine Datenbank mit Persönlichkeitsprofilen für die Polizei ist, wenn kriminelle Veranlagungen erkannt werden können, noch bevor eine kriminelle Handlung erfolgt ist? Wie manipulierbar wir Menschen sind, hat der britische Mentalist Derren Brown bewiesen, indem er gewöhnliche Menschen dazu gebracht hat, eine Bank zu überfallen. Die Frage ist, könnte Ihnen das auch passieren?

An dieser Stelle sollten wir uns die Frage stellen, ob ein wirtschaftlich motiviertes Unternehmen, wie Google, davor zurückschrecken würde, Menschen zu manipulieren? Umgekehrt, aus was für einem Grund sollte Google oder eine andere Institution, die Zugang zu Googles Daten hat, davor zurückschrecken? Wenn Sie also das nächste Mal die Suchergebnisse vor sich haben, seien Sie sich bewusst, dass es diesen Firmen nicht nur darum geht, Ihre Interessen zu kennen, es geht auch darum, Ihre Interessen zu lenken und bei Bedarf neue zu wecken.

Allein schon der Gedanke, dass manche Firmen dazu fähig sein könnte, sollte uns aufhorchen lassen, meine ich! Denn stellen Sie sich vor, was man mit diesen Daten alles anstellen könnte, wenn diese in die Hände von Institutionen gelangen, die keine wirtschaftlichen Interessen verfolgen? Wenn Sie glauben, dass das niemals geschehen wird, dann täuschen Sie sich, denn in der Realität geschieht das schon längst.

Bei politischen Wahlen geht es längst nicht mehr darum, herauszufinden, was der Wähler möchte, um ihm dann zu erzählen, was er hören möchte. Es geht auch darum, dem Wähler vorzuschreiben, was er zu hören hat, um Wahlen so zu beeinflussen, dass Interessen von mächtigen Konzernen gewahrt werden. Dazu werden umfassende Marktanalysen eingekauft. Das beste Beispiel ist die Energiesparlampe, oder der Einmarsch der Amerikaner in Irak. Sogar Ihre Atemluft wird unter dem Vorwand einer globalen Klimaerwärmung zu Geld gemacht. Wie wir von Assange und Snowden wissen, ist das nur die Spitze eines riesigen Eisbergs.

Es ist klar, was geschieht, wenn wir nichts unternehmen: das Internet wird von der Marktwirtschaft kontrolliert. Dadurch wird es seine Freiheit verlieren. Die Funktion der Menschen wird sich darauf beschränken, die Bedürfnisse der Firmen zu befriedigen. Bei der Durchsetzung der wirtschaftlichen Interessen wird die Manipulierbarkeit des Bürgers eine zentrale Rolle spielen, und das wird die Menschen am Ende wieder zurück in die Leibeigenschaft treiben.

Ihre Aufgabe wird es sein, Ihre Arbeitskraft für möglichst wenig Geld an die Firmen zu verkaufen, um anschließend möglichst viel Geld für deren Produkte auszugeben. Dabei gilt, je größer der Verlust an Lebensqualität, desto mehr werden die Firmen an Ihnen verdienen. Wehren können Sie sich dagegen nicht, denn die Firmen wissen aufgrund Ihres Persönlichkeitsprofils wie man sie behandeln muss, damit Sie sich nicht wehren. Das Stichwort lautet Brot und Spiele, heute nennt man das Hartz IV, RTL, Facebook, Twitter, Smartphones und Spielekonsolen.

Krank werden dürfen Sie auch nicht, weil das die Wirtschaft belastet. Schon heute gehen viele Menschen trotz Krankheit arbeiten, damit sie Ihren Job behalten. Zigaretten sind bereits verboten, dick sein ist verpönt, als nächstes ist vermutlich der Alkohol dran. Bald wird man sie nur noch anstellen, wenn Sie einen Gentest vorlegen können, worin steht, dass Sie keine Erbkrankheiten bekommen werden. Alt werden dürfen Sie gar nicht oder nur dann, wenn Sie genug gespart haben, dass Sie auch weiterhin all die verlockenden Produkte kaufen können, die Ihnen präsentiert werden. In Niederlande, Belgien, Luxemburg und der Schweiz ist Sterbehilfe schon erlaubt. Bald wird es als schick gelten, wenn man sich im Alter umbringt. Man will ja niemandem zur Last fallen.

So, wie der Preis einer Aktie von Angebot und Nachfrage gesteuert wird, werden auch die Löhne von Angebot und Nachfrage gesteuert. Das Dilema ist, dass in einer automatisierten Welt die Nachfrage nach menschlicher Arbeitskraft immer mehr sinkt, während das Angebot immer höher wird. Wie dramatisch die Situation bereits ist, zeigen Ihnen die aktuellen Arbeitslosenzahlen unter den Jugendlichen. Das zeigt, dass die Wirtschaft schon längst dabei ist, die Menschheit zu versklaven. Und Firmen wie Google und natürlich Facebook sorgen dafür, dass die Menschen transparent und damit auch manipulierbar bleiben. Oder warum glauben Sie, wieso die Geheimdienste so scharf auf Ihre Daten sind?

Sie auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, ist Zweck dieses Artikels. Bitte schauen Sie nicht tatenlos zu, und helfen Sie die Leibeigenschaft zu bekämpfen. Es gibt viele Möglichkeiten, Google zu meiden ist nur eine davon. Wenn Sie Ideen, Vorschläge oder Fragen dazu haben, erreichen Sie mich über das Kontaktformular.

aktuallisiert im Juli 2013/jw